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Digitale Identität – der Reisepass fürs Internet

21. Februar 2019, 08eins

Ob beim E-Banking, Musikhören auf Spotify, Bestellen der neuen Frühlingsgarderobe oder Anschauen der neusten Ferienbilder einer Freundin auf Instagram – man muss sich bei den entsprechenden Onlinediensten anmelden. Dabei gibt man Daten von sich Preis. Um sicherzugehen, dass diese von niemand anderem genutzt und so missbraucht werden, ist es zentral, seine Daten zu schützen. Hier kommt die digitale Identität ins Spiel.

Thomas Moretti, IT-Sicherheitsexperte und CEO der axelity ag, hat gestern beim dritten SVC Talk, präsentiert von 08EINS, die Wichtigkeit unserer Sicherheit im Internet erläutert. 

Was ist eine digitale Identität?

Es handelt sich dabei um Informationen, die Sie eindeutig beschreiben, die überprüft und von einer vertrauenswürdigen Instanz bescheinigt wurden. So kann sichergestellt werden, dass es sich um die beschriebene Person handelt. Heute spricht man von einem digitalen Zertifikat, mit dem man sich im Internet ausweisen kann.

Auch Unternehmen können solche digitalen Identitäten erhalten. Man sieht dies heute bereits bei den meisten Webseiten mit dem Schloss oder dem Vermerk «sicher». Zudem kann man auch Objekte oder Tiere mit einer elektronischen Identität ausweisen.

Eine digitale Identität entsteht nicht automatisch. Warum ist es für Unternehmen interessant in diesen Bereich zu investieren?

Digitale Identitäten sind die Grundlage für Digitalisierung und Prozessoptimierung. Wenn man heute eine digitale Identität hat, kann man auf elektronischem Weg schneller und sicherer kommunizieren und Prozesse online abwickeln. Dank meiner digitalen Identität kann mein Geschäftspartner darauf vertrauen, dass ich Thomas Moretti bin. Dies schafft die nötige Vertrauensbasis, um Geschäftsbeziehungen elektronisch abzuwickeln. Prozesse werden schneller und einfacher. Damit werden natürlich Kosten gesenkt und Zeit gespart. 

Es hat also deutliche wirtschaftliche Anreize, aber es gibt auch den Aspekt der Sicherheit. Durch die Nutzung einer digitalen Identität kann dem Kunden gezeigt werden, dass man seine Daten mit Sorgfalt behandelt und Aufwände nicht scheut, um die Geschäftsbeziehung möglichst sicher zu gestaltet.

Wenn wir von Vertrauen sprechen, wie spielt digitale Identität in Ihren Augen mit der traditionellen Identität eines Unternehmens zusammen?

Es ist in meinen Augen eine Ergänzung. Wenn man eine Marke aufbaut, also ein Gefühl transportieren will, so kann man das auch über die digitale Identität machen. Ich fühle mich sicherer, wenn ich auf einer Webseite bin, bei der sich die Adressleiste grün färbt und mir so bestätigt, dass ich wirklich auf der richtigen Webseite bin. Man schafft dadurch einen Mehrwert und Vertrauen, welches man auch mit einer Marke zu transportieren versucht.

Wie sehen Sie die Zukunft für digitale Identitäten?

Ich erwarte, dass digitale Identitäten häufiger genutzt werden. Dazu ist sowohl Angebot als auch Nachfrage notwendig. Damit digitale Identitäten nachgefragt und auch genutzt werden, muss die richtige Balance zwischen Komfort und Sicherheit gefunden werden. So einfach wie man sich heute in sozialen Netzwerken bewegt, muss auch der Umgang mit digitalen Identitäten werden, zusätzlich müssen der Zugang und die Daten aber geschützt werden. Kann Sicherheit und Komfort gleichzeitig gewährleistet werden, haben digitale Identitäten eine grosse Zukunft, sowohl im Businessbereich, als auch im Privaten und für Behörden. 

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