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Lernwille, Weiterentwicklung und Mut

20. April 2020, Haempa Maissen

Tausende Arbeitgebende, Arbeitnehmende, Familien, Lernende und Studierende sassen am 16. März 2020 vor ihren Bildschirmen. Ob im Büro, auf der Couch oder in der Schule: Wir alle warteten auf den Entscheid des Bundesrats. Die Medienkonferenz wurde verschoben, nochmal um eine halbe Stunde nach hinten verlegt – die Spannung stieg. Und dann: Lockdown.

Trotz der Massnahmen der Nachbarländer, trotz der Hinweise und der erwarteten Einschränkungen – der Schock sass tief. Von Grenzen getrennte Paare und Familien, verzweifelte Unternehmen, um ihren Ausbildungsabschluss bangende Lernende und zahlreiche Institutionen, die mit Hochdruck an Lösungen für die Bewältigung dieser ausserordentlichen Lage arbeiteten.

Anpsassungsfähigkeit und Willenskraft

Wo stehen wir einen Monat später? Soziale Kontakte werden über Apps wie Houseparty gepflegt, Auszubildende finden sich immer besser in der digitalen Lehre zurecht, die auf sozialen Netzwerken omnipräsenten Einblicke in Home-Offices nehmen ab, da sie langsam aber sicher zum Alltag gehören. Organisationen haben es innert weniger Wochen geschafft, innovative Lösungsansätze für den Erhalt ihres Betriebes zu entwickeln, Produktionstechniken anzupassen, um Mangelware sicherzustellen und erstaunliche Services anzubieten, um ihre Kundinnen und Kunden weiterhin zu unterstützen. Die Gesellschaft und Unternehmen haben bewiesen, dass sie anpassungsfähig sind, dass sie sich unerwarteten Veränderungen stellen und diese mit Willenskraft angehen.

Herausfordernde Zeiten

Die vor wenigen Tagen bekanntgegebene schrittweise Lockerung des Lockdowns lässt dennoch auf Normalität hoffen. Gleichzeitig rückt sie die kurzfristigen Massnahmen in den Hintergrund und lenkt den Blick auf die langfristigen, wirtschaftlichen Folgen. Anhaltspunkte bilden handfeste Zahlen und Quoten sowie unsichere Voraussagen und Prognosen. Wir sind mit Sicherheit Liebhaberinnen und Liebhaber schöner Worte, reden die aktuelle Situation aber gewiss nicht schön. Auch wir haben die Lage des Arbeitsmarkts sowie die konjunkturellen Entwicklungen genau im Auge und sind überzeugt: Die Gesamtwirtschaft steht vor grossen Herausforderungen, wir alle befinden uns in schwierigen Zeiten.

Kurzarbeitsanträge in Graubünden auf Rekordhoch

Vor mehr als 10 Jahren hatte die Weltwirtschaftskrise zu ihrem Höhepunkt zwischen 2000 und 2500 Kurzarbeitsanträge in Graubünden zur Folge. Für Bündner Verhältnisse eine hohe Zahl. Im Verhältnis zur aktuellen Lage – wenn wir ehrlich sein dürfen – Peanuts. Circa 5000 Bündner Betriebe haben im März 2020 Kurzarbeit eingeführt. Etwa 45’000 Arbeitnehmende sind betroffen. Die schweizerische gesamtwirtschaftliche Leistung dürfte nach den Prognosen der SECO um 1,5 Prozent zurückgehen. Die Konjunkturprognose wurde am 8. April 2020 durch zwei Negativszenarien ergänzt, die daraufhin weisen, dass die Rezession deutlich schwerer ausfallen könnte wie bisher angenommen.

Lernen, Weiterentwicklung und Mut

Die Quoten und Prognosen zeigen deutlich: Die derzeitige Veränderung steckt in ihren Kinderschuhen und die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns werden uns noch lange beschäftigen. Veränderung und Unsicherheit – zwei Faktoren, welche die langfristige, unternehmerische Planung zu einer Herausforderung machen. Und genau deshalb ist die Auseinandersetzung mit diesem Umbruch so wichtig. Organisationen müssen jetzt Chancen erkennen, welche die zu erwartenden Herausforderungen abfedern können. Organisationen müssen sich jetzt auf ihre Stärken besinnen und ihre Geschäftsmodelle durchleuchten, um den künftigen Anforderungen stand zu halten. Die Gesellschaft und Unternehmen haben bewiesen, dass sie anpassungsfähig sind, dass sie sich unerwarteten Veränderungen stellen und diese mit Willenskraft angehen. Diese Willenskraft, dieser Umsetzergeist und diese neu gewonnene Agilität, die innerhalb weniger Wochen Berge versetzen liess, gilt es nun langfristig zu festigen. Unternehmen sind jetzt gefordert, aus dieser Veränderung zu lernen, die plötzliche Innovationskraft zu verankern, mutig zu sein und Chancen zu packen.

Ein Kopf ohne Gedächtnis ist eine Festung ohne Besatzung.

Napoleon I. Bonaparte

 

Oder wie unser Geschäftsführer Haempa Maissen meint: 

Wenn wir dieses Ereignis nicht abspeichern und wichtige Lehren daraus ziehen, werden wir nur verwundbarer.

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Haempa Maissen

Unternehmer, Stratege und Ideengeber aus Leidenschaft und noch nie einer Ratschlägerei ausgewichen. Erschafft Einzigartiges mit @08EINS

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