Thema der Woche
Maissen meint

Kurztrip zu neuen Perspektiven

Sommerzeit ist Ferienzeit — wenn Sie am Strand in der Sonne liegen oder in den Bergen entspannen, denken Sie nicht an Arbeit. Schalten Sie komplett ab, ganz bewusst. Denn genau dies leistet einen grossen Beitrag zu guter Arbeit. Auszeiten fördern Produktivität, Kreativität und Konzentrationsfähigkeit, soweit wohl wenig überraschend. Und dennoch, regelmässige Auszeiten werden durch unsere Arbeitsweise in einem digitalisierten Umfeld strapaziert.

Da eine E-Mail, dort eine Nachricht auf «Slack» oder «Teams» und gleichzeitig noch eine Push-Benachrichtigung der «Südostschweiz» — digitale Hilfsmittel erleichtern den Arbeitsalltag enorm, aber die ständige Erreichbarkeit führt zu einem fragmentierten Arbeitsstil. Dies beeinträchtigt Aufmerksamkeit und Produktivität. Zudem können die ständigen Unterbrechungen eine zusätzliche Quelle für Stress sein. Die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach schrieb dazu treffend: «Müde macht uns die Arbeit, die wir liegen lassen, nicht die, die wir tun.» Das Smartphone in der Hosentasche erinnert uns durch Nachrichten, Updates und Erinnerungen ständig daran, was noch ansteht — Abschalten fällt schwer.

 

Tempo auf Kosten der Kreativität

Versunken im Strudel des Alltags, bleibt oft wenig Raum für die Entwicklung neuer Ideen oder kreativer Ansätze. Die Zeit drängt, ein Rückruf ist nötig und der nächste Kunde wartet bereits. Grosse Ideen und bahnbrechende Entwicklungen wurden aber noch nie zwischen einem E-Mail und dem nächsten Twitter-Post gemacht. Aus dem Strudel ausbrechen, Raum schaffen und über den Tellerrand schauen ist entscheidend für nachhaltigen Erfolg und gute Arbeit. Nur so ist es möglich, Einzigartiges zu erschaffen.

 

Perspektiven der Entwicklung

Ausbrechen, unkonventionell Denken — eine neue Perspektive beflügelt den Geist. Aus einem anderen Blickwinkel präsentiert sich jede Situation anders, vielleicht überschaubarer, lösbarer. Eine neue Perspektive schafft auch immer neue Erfahrungen und neue Eindrücke, insbesondere wenn sie mit einer räumlichen Bewegung einhergeht. Dazu bedarf es nicht zwangsläufig einer Reise zum Südpol oder einen Spaziergang auf der Chinesischen Mauer – auch ein ruhiges Plätzchen auf dem Churer Hausberg oder die Sicht auf die grosse Eiche im Garten kann den nötigen Perspektivenwechsel bringen.

 

Wer rastet, der rostet nicht

Die sich hartnäckig haltende Idee, dass jener der ununterbrochen bei der Arbeit sitzt, am produktivsten ist, wurde von verschiedenen neurologischen Studien widerlegt. Unser Gehirn braucht Pausen. Nur so können wir produktiv sein und die Vorteile von Erreichbarkeit und Digitalisierung optimal nutzen. Darum halte ich mich auch nach den Ferien an Abraham Lincoln: «Halte dir jeden Tag 30 Minuten für deine Sorgen frei und in dieser Zeit mache ein Nickerchen» – oder einen kurzen Spaziergang. Denn eine Auszeit schafft Raum für Ideen. Und ein Perspektivenwechsel Inspiration. Machen Sie deshalb Ferien – ohne Mails zu checken, SMS zu beantworten oder Anrufe entgegenzunehmen. Es tut gut, und es ermöglicht es Ihnen, nach Ihrer Rückkehr wiederum Einzigartiges zu erschaffen.

Geschäftsführer 08EINS Haempa Maissen

Haempa Maissen, Unternehmer. In loser Folge lässt der Geschäftsführer von 08EINS seinen Gedanken rund um den Arbeitsplatz freien Lauf.

 

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